Der weiße Gebäudekomplex der Erzabtei Pannonhalma mit grünkuppeligem Turm und roten Dächern auf dem bewaldeten Hügelgipfel, dahinter ein dunstiges Tal und Hügel, im goldenen Sonnenlicht
Die Vergangenheit
verpflichtet.
Die Zukunft
bietet Chancen.

KOMÁROMI MÓRIC

BILDUNG·INSTITUTIONSENTWICKLUNG·TRÄGERSCHAFTSSYSTEM

Ungarische Benediktiner-
Kongregation –
Erzabtei Pannonhalma

2012 – 2019

Im System denken.
Verantwortungsvoll weiterentwickeln.

IN DER BILDUNG.
IN DER GEMEINSCHAFT.
ZUKUNFT GESTALTEN.

In Pannonhalma habe ich wirklich gelernt,
dass eine Schule niemals für sich allein existiert.

Eine Institution ist gleichzeitig Teil eines Trägerschaftssystems, einer Gemeinde, einer Region, einer Fachgemeinschaft und einer längeren Geschichte. Was wir an einer Stelle ändern, dessen Wirkung zeigt sich oft ganz woanders: in der Schulverwaltung, in der Betriebsführung, in der Infrastruktur, in der Schüleraufnahme, in den lokalen Beziehungen oder im täglichen Betrieb des Lehrerkollegiums.

In den fünf Jahren war ich in zwei miteinander verbundenen Führungsbereichen tätig. Als stellvertretender Hauptgeschäftsführer für Marketing und Projekte fielen die Fragen der Institutionsentwicklung, Investitionen, Ausschreibungen, Marketing und Schüleraufnahme in meinen Zuständigkeitsbereich. In den ersten zwei Jahren trug ich parallel dazu als stellvertretender Hauptgeschäftsführer für Schulverwaltung auch die Verantwortung für den schulischen Betrieb des gesamten Schulnetzwerks.

  • Marketing und Projekte
    Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

    Erzabtei Pannonhalma
    Hauptdirektion für Bildung
    2012 – 2017

    • Institutionsentwicklung
    • Investitionen
    • Ausschreibungen
    • Marketing
    • Schüleraufnahme
  • Schulverwaltung
    Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

    Erzabtei Pannonhalma
    Hauptdirektion für Bildung
    2012 – 2014

    • Schulischer Betrieb des Schulnetzwerks
    • Regulierung und Administration
    • Kontrolle
    • Institutionelle Betriebsordnung
    • Kontaktpflege
Heller Kalksteinbogen mit geschnitzten Kapitellen an Zwillingssäulen und Rippengewölben, dahinter Blick auf ein dunstiges, bewaldetes Tal; in die rechte Steinmauer gemeißelt: Tradition, Verantwortung, Gemeinschaft, Entwicklung, Zukunft
Hier verstand ich zum ersten Mal wirklich,
dass die Entwicklung einer Institution keine Abfolge von Projekten ist.
Systemaufbau.

AUS ERFAHRUNG
WERT SCHAFFEN.
FÜR DIE ZUKUNFT.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATION
ERZABTEI PANNONHALMA

I. ERBE UND
SYSTEM-VERSTÄNDNIS –
01–03

ERBE · ORDNUNG · ZUSAMMENHÄNGE

In Pannonhalma musste ich nicht von einer einzigen Institution ausgehen, sondern das gesamte Trägerschaftssystem als Ganzes betrachten lernen. Mehrere Schulen, mehrere Leiter, mehrere lokale Gemeinschaften und vielfältige Betriebssituationen waren in einer gemeinsamen Organisation verbunden, während jede Institution ihren eigenen Charakter bewahren musste.Diese Perspektive lehrte mich, dass dieselbe Entscheidung an verschiedenen Orten unterschiedliche Auswirkungen haben kann und dass das Interesse des gesamten Systems nicht mit Uniformisierung gleichzusetzen ist. Die doppelte Führungsrolle in den ersten Jahren machte mir besonders deutlich, dass Ordnung und Entwicklung keine Gegensätze sind: sie sind die Voraussetzungen füreinander.

Unter dem Bogen einer sonnenbeschienenen, säulengestützten Steinloggia die eingemeißelte Inschrift „ORA ET LABORA ET AEDIFICA“; durch den Bogen ist der Turm der Erzabtei Pannonhalma zu sehen, der sich über den bewaldeten Hügel erhebt, auf dem Steinsims liegen drei übereinander gestapelte Bücher, auf den Buchrücken von zweien die Aufschriften „Tradition“ und „Gemeinschaft“

Vier Perspektiven

  • ESG

    Dauerhafter Betrieb
    beginnt mit Verständnis.

    Bevor wir entwickeln, müssen wir zuerst das System, die Beteiligten, die Ressourcen und die sich gegenseitig beeinflussenden Betriebsprozesse verstehen.

  • Markenbildung

    Das Erbe muss nicht neu geschrieben
    werden, sondern neu interpretiert.

    Die Stärke einer jahrhundertealten Tradition liegt nicht darin, dass sie unverändert bleibt, sondern darin, dass sie ihre eigenen Werte auch in neuen Situationen authentisch darstellen kann.

  • Marketing und
    Kommunikation

    Zuerst verstehen,
    dann sprechen.

    Authentische Kommunikation beginnt nicht mit einer Botschaft, sondern mit dem Verständnis, welchen wirklichen Wert die Institution schaffen kann.

  • Gemeinschaft und
    Partnerschaftssysteme

    Die Stärke eines Systems
    ist auch an der Qualität
    der Verbindungen messbar.

    Träger, lokale Leitung, Pädagoge, Familie, Gemeinde und Partner sind keine isolierten Akteure, sondern voneinander abhängige Teile desselben Systems.

Die Erzabtei Pannonhalma aus der Luftperspektive: der turmgekrönte Abteikomplex auf dem bewaldeten Hügel, dahinter eine dunstige, sonnenverwöhnte Hügellandschaft und Felder
Die Ordnung
und die Entwicklung
sind keine Gegensätze:
sondern Voraussetzungen füreinander.

AUS WURZELNZUKUNFT BAUEN.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATIONERZABTEI PANNONHALMA

I. ERBE UND SYSTEMBLICK — 01–03

01

Einen Einblick gewinnen in die
Perspektive des Trägers

Ich kam nicht als Leiter einer einzelnen Schule nach Pannonhalma.

Die Aufgabe war es, aus der Perspektive des Trägers den Betrieb mehrerer Institutionen zu verstehen und zu unterstützen, während jede Schule ihre eigene Geschichte, lokale Gemeinschaft, Leitung, Lehrerschaft, Probleme und Möglichkeiten hatte.

Dies erforderte eine völlig andere Perspektive.

Eine lokale Leitung geht natürlich von ihrer eigenen Institution aus. Der Träger hingegen muss das gesamte System gleichzeitig überblicken: wie Entscheidungen sich gegenseitig beeinflussen, wo es gemeinsame Muster gibt, wo eine Vereinheitlichung sinnvoll ist, und wo gerade die lokale Eigenart bewahrt werden sollte.

Eine der wichtigsten Lehren aus der Arbeit als Träger war für mich, dass nicht jede Frage die gleiche Antwort hat — selbst wenn wir über Teile desselben Systems sprechen.

Die Erzabtei Pannonhalma im sommerlichen Abendlicht: der grünkuppelige, mit einem Kreuz versehene Turm und die langen, rot gedeckten Gebäudeflügel zwischen Bäumen, im Vordergrund der Stamm und die Äste eines belaubten Baumes, blühende weiße Sträucher, eine geschnittene Hecke und eine niedrige Steinmauer, im Hintergrund ein dunstiger Hügelzug.
Der Dienst am größeren Ganzen
mindert nicht die lokalen Werte,
sondern stärkt sie.

Das Wesen der Trägerperspektive

  • Systemische Betrachtungsweise

    Die Entscheidungen einzelner Institutionen beeinflussen sich gegenseitig.

  • Vielfalt

    Jede Schule hat ihre eigene Geschichte, Gemeinschaft und operative Situation.

  • Gleichgewicht

    Wissen, wo eine Vereinheitlichung sinnvoll ist und wo die lokale Eigenart bewahrt werden muss.

  • Entwicklungsförderung

    Die Aufgabe des Trägers ist es, Möglichkeiten zu schaffen, nicht zu uniformieren.

Nicht jede Frage hat die gleiche Antwort —
selbst wenn wir über Teile
desselben Systems sprechen.

GEMEINSAME GRUNDLAGENLOKALE STÄRKENLANGFRISTIGE WIRKUNG

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATIONERZABTEI PANNONHALMA

I. ERBE UND SYSTEMBLICK — 01–03

02

Zwei Führungsrollen
gleichzeitig

Offiziell war ich als stellvertretender Generaldirektor für Marketing und Projekte in der Bildungsdirektion der Erzabtei Pannonhalma tätig.

In den ersten zwei Jahren parallel dazu übernahm ich auch die Aufgaben eines stellvertretenden Generaldirektors für Schulverwaltung.

Diese Dualität schuf eine besondere Lernsituation.

Auf der einen Seite gab es die Regulierung, den Schulbetrieb, die Administration, die Kontrolle und die täglichen Abläufe der Institutionen. Auf der anderen Seite standen Investitionen, Entwicklungen, Ausschreibungen, Marketing, Einschulung, Kommunikation und neue Projekte.

Auf den ersten Blick mögen sie wie zwei verschiedene Welten erscheinen.

Tatsächlich repräsentierten sie zwei Seiten desselben Systems.

Sonniger Schreibtisch vor einem Fenster: grüne Zweige in einer weißen Vase, aufgerollte und ausgebreitete Baupläne mit einem Füllfederhalter, Säulen- und Kreisdiagramm-Auswertungen, Stiftehalter und ein geöffneter Laptop

Schulverwaltungsseite

  • Regulierung
  • Schulbetrieb
  • Administration
  • Kontrolle
  • täglicher Betriebsablauf

ZWEI SEITEN
DESSELBEN
SYSTEMS

ORDNUNGENTWICKLUNG

Marketing- und Projektseite

  • Investitionen
  • Entwicklungen
  • Ausschreibungen
  • Marketing
  • Einschulung
  • Kommunikation
Ohne Ordnung gibt es keine Entwicklung.Und ohne Entwicklung wird Ordnung leicht zu bloßem Betrieb.

Komáromi Móric

Was lehrte diese Doppelrolle?

  • Stabilität

    Die Sicherheit des Betriebs
    schafft die Grundlage
    für Entwicklung.

  • Entwicklung

    Entwicklung gibt dem
    Betrieb einen Sinn.

  • Harmonie

    Die beiden Bereiche zusammen
    bilden das Gesamtbild.

  • Führungsverantwortung

    Man muss gleichzeitig
    Ordnung halten
    und Zukunft gestalten.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATION
HAUPTABTEI PANNONHALMA

03

Ein Institutionssystem
kann nicht aus einer einzigen
Perspektive geführt werden

Der Betrieb einer Schule wird gleichzeitig durch den Bildungsinhalt, das Lehrerkollegium, die Infrastruktur, die Finanzierung, das rechtliche Umfeld, die lokale Gemeinschaft, die Einschulung und die Qualität der Führung geprägt.

Auf Trägerebene werden diese Zusammenhänge noch deutlicher sichtbar.

Eine Infrastrukturentwicklung ist beispielsweise nicht einfach ein Bauprojekt. Sie kann die Bildungschancen, die Attraktivität der Schule, die Schülerzahl, die Betriebskosten und die Beziehung der lokalen Gemeinschaft zur Institution beeinflussen.

Dasselbe gilt für eine neue Ausbildungsstruktur, eine Managemententscheidung oder eine Einschulungskampagne.

Je komplexer ein System ist, desto weniger kann ein einzelnes Problem isoliert behandelt werden.

Sonniger, gewölbter Klosterkreuzgang mit geschnitzten Kapitellen und hohen Fenstern, Holzbänken unter den Fenstern, einem Topfbaum und einer dunklen Holztür am Ende des Ganges

Die Institution als System

ZUSAMMENHÄNGEVERANTWORTUNGGEMEINSAME ZUKUNFT

INSTITUTION

Wert · Betrieb · Gemeinschaft

  • Bildungs-
    inhalt
  • Lehrerkollegium
  • Infrastruktur
  • Finanzierung
  • Rechtliches
    Umfeld
  • Lokale
    Gemeinschaft
  • Einschulung
  • Führung
Die Änderung eines Punktes
wirkt sich auf das gesamte System aus.

AUS WURZELN ZUKUNFT BAUEN.

Eine Institution besteht nicht aus eigenständigen Elementen,
sondern aus wechselwirkenden Funktionsbereichen.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATION
HAUPTABTEI PANNONHALMA

II. FÜHRUNG UND
BETRIEB – 04–07

ORDNUNG · VERANTWORTUNG · ENTSCHEIDUNG · BETRIEB

Nach dem Verständnis des Systems stellte sich die nächste Frage, wie man es so betreiben und entwickeln kann, dass die zentrale Verantwortung die Handlungsfähigkeit der lokalen Führungskräfte nicht beeinträchtigt. Die Arbeit als Träger bedeutete für mich nicht die Kontrolle über die lokalen Institutionen, sondern die Schaffung klarer Rahmenbedingungen, Fragestellungen, Ressourcen und Entscheidungssituationen. Die physischen Entwicklungen, die Finanzierung, die Ausschreibungen und die Beziehungen zu den Führungskräften folgten derselben Betriebslogik: Die Entwicklung muss von einem tatsächlichen institutionellen Bedarf ausgehen, und die Entscheidung muss mit übernommener Verantwortung enden.

Sonniger Besprechungsraum mit gewölbtem Fenster, mit Blick auf die Erzabtei Pannonhalma, die auf einem von herbstlichem Wald umgebenen Hügel steht; im Vordergrund ein langer Besprechungstisch aus Holz mit Stühlen, einer Mappe, einem Glas Wasser und einer Vase mit Olivenzweigen, rechts eine Steinsäule mit geschnitztem Kapitell und ein Bücherregal

Vier Perspektiven

  • ESG

    Eine Ressource wird erst dann zum Wert, wenn sie dem langfristigen Betrieb dient.

    Investition, Finanzierung und Betrieb sind nur gemeinsam interpretierbar.

  • Markenbildung

    Die Glaubwürdigkeit der Institution wird durch ihren Betrieb geschaffen.

    Die Marke ist nicht unabhängig von der Führungskultur und der Qualität der Entscheidungen.

  • Marketing und
    Kommunikation

    Betriebliche Probleme sollten nicht durch Kommunikation verdeckt werden.

    Die Grundlage einer glaubwürdigen Geschichte ist eine Institution, die tatsächlich funktioniert.

  • Gemeinschaft und
    Partnersysteme

    Der lokale Leiter ist kein Ausführender, sondern ein verantwortlicher Partner.

    Die Zusammenarbeit wird dann dauerhaft, wenn die Beteiligten das gemeinsame Ziel verstehen und als ihr eigenes empfinden.

Logik des Führungsbetriebs

Die Arbeit als Träger bedeutete für mich nicht die Kontrolle über die lokalen Institutionen, sondern die Schaffung klarer Rahmenbedingungen, Fragen, Ressourcen und Entscheidungssituationen.

  • Rahmenbedingungen
  • Verantwortung
  • Entscheidung
  • Ressource
  • Zusammenarbeit

BETRIEB

  • Führungsverantwortung
  • Entwicklung
  • Finanzierung
  • Ausschreibungen
  • lokaler institutioneller Bedarf
Für mich bedeutete die Trägertätigkeit keine Kontrolle von oben herab,
sondern verantwortungsvoll gestaltete Rahmenbedingungen, Entscheidungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

II. FÜHRUNG UND BETRIEB — 04–07

04

Die Institutionsentwicklung
ist keine Gebäudeentwicklung

In den fünf Jahren war ich an der Vorbereitung oder Umsetzung zahlreicher institutioneller Renovierungen, Entwicklungen, Umgestaltungen und neuer Projekte beteiligt.

Dabei interessierte mich jedoch immer dieselbe Frage:

was macht eine Investition wirklich zu einer Institutionsentwicklung?

Nicht die Fertigstellung eines Gebäudes.

Sondern die Tatsache, dass der neue oder erneuerte Raum auf einen tatsächlichen Bildungs-, Gemeinschafts- oder Betriebsbedarf antwortet.

Sonniger, säulen- und kreuzgewölbter Bibliotheksraum: Studenten lernen an Holztischen mit Laptops und Notizbüchern zwischen Tischlampen und Topfpflanzen, im Hintergrund grüne Bäume hinter einem hohen, gewölbten Fenster, rechts Holzregale voller Bücher.

Vier Fragen zur physischen Entwicklung

  • BILDUNGS-
    INHALT

  • NUTZUNG DURCH
    LEHRER UND
    SCHÜLER

Heller, kreuzgewölbter Lesesaal mit Steinwänden: sonnenbeschienene Bäume hinter einem hohen, gewölbten Fenster, darunter ein Holztisch mit Stühlen, rechts ein Regal voller Bücher.
  • BETRIEBS-
    KOSTEN

  • LANGFRISTIGE
    MÖGLICHKEITEN

Deshalb habe ich die physische Entwicklung nie davon getrennt,
welcher Bildungsinhalt hineinkommen wird, wie sie von
den Lehrern und Schülern genutzt wird, welche Betriebskosten sie haben wird,
und welche langfristigen Möglichkeiten sie der Institution eröffnet.

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II. FÜHRUNG UND BETRIEB — 04–07

05

Ausschreibung und Finanzierung
als strategisches Instrument

Der Antrag ist kein Selbstzweck.

Die Fördermöglichkeit wird erst dann zu einem echten Wert, wenn sie die Verwirklichung eines bereits verstandenen institutionellen Ziels unterstützt.

Deshalb bedeutete für mich die Antragstellung nicht nur die Suche nach Finanzmitteln.

Zuerst musste ich verstehen, was die Institution wirklich braucht. Danach, welches Entwicklungsmodell, welche Kostenstruktur und welche Finanzierungsmöglichkeiten damit verbunden werden können.

Dieser Gedanke prägte später auch meine Denkweise über Entwicklung und Finanzierung.

Ein Benediktinermönch in schwarzer Kutte zeigt mit einem Stift auf ausgebreitete architektonische Pläne auf dem Tisch; daneben Männer in Anzügen, ein Modell eines Abteikomplexes, Laptop und Füllfederhalter, links ledergebundene Bücher und aufgerollte Pläne mit den Aufschriften „PANNONHALMA“, „ENTWICKLUNG“ und „GEMEINSCHAFT“, im Hintergrund Bäume zwischen Säulen und ein Kirchturm.

Vom Bedarf zum Betriebswert

  1. 01

    WAHRER
    INSTITUTIONELLER BEDARF

  2. 02

    ENTWICKLUNGSZIEL

  3. 03

    PROJEKTMODELL

  4. 04

    KOSTENSTRUKTUR

  5. 05

    PASSENDE RESSOURCEN

  6. 06

    UMSETZUNG

  7. 07

    BETRIEBSWERT

Wir suchen kein Projekt für den Antrag.Wir suchen die passenden Ressourcen für das echte Projekt.

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II. FÜHRUNG UND BETRIEB — 04–07

06

Die lokale Führungskraft
ist kein Ausführender

Auf der Ebene des Trägers wäre es leicht, in den Fehler zu verfallen, dass die Zentrale „besser weiß“, was eine lokale Einrichtung tun sollte.

Ich habe dies nie für ein funktionierendes Führungsmodell gehalten.

Der lokale Direktor ist kein Ausführender.

Er kennt sein Lehrerkollegium, seine Schüler, deren Familien, seinen Ort und seinen täglichen Betrieb am besten.

Die Aufgabe des Trägers ist es daher nicht einfach, Anweisungen zu geben, sondern Rahmenbedingungen, Fragen und Unterstützung bereitzustellen, in denen die lokale Führungskraft das gemeinsame Ziel selbst versteht und mitträgt.

Ein Brillenträger, ein weltlicher Leiter im dunklen Sakko, und ein Benediktiner mit grauem Haar in schwarzer Mönchskutte unterhalten sich an einem langen Holztisch, neben ihnen offene Bücher, Notizen und Kaffeetassen; im Hintergrund ein Bleiglasfenster, eine geschnitzte Heiligenstatue, ein Bild, das ein Kruzifix darstellt, und ein Bücherregal, im Vordergrund ein weißer Blumenstrauß.

Vier Bedingungen lokaler Verantwortung

  • Lokales Wissen

    Die Führungskraft kennt den täglichen Betrieb der Einrichtung.

  • Klare Rahmenbedingungen

    Der Träger legt die Rahmenbedingungen für das gemeinsame Ziel fest.

  • Unterstützung

    Fragen und Unterstützung schaffen Raum für Handlungen.

  • Verantwortungsvolle Partnerschaft

    Die lokale Führungskraft versteht und trägt das gemeinsame Ziel.

Nachhaltige Veränderung entsteht nicht dadurch,
dass jemand eine Anweisung ausführt,
sondern dadurch, dass er versteht, warum es sich lohnt, etwas zu ändern.

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II. FÜHRUNG UND BETRIEB — 04–07

07

Fragen, einbeziehen,
dann Verantwortung übertragen

In meiner Führungstätigkeit habe ich zunehmend die Erfahrung gemacht, dass eine gute Frage oft mehr wert ist als eine schnelle Antwort.

Einbeziehung bedeutete für mich nie, dass alle Entscheidungen gemeinsam von allen getroffen werden müssen.

Es bedeutete, dass das Wissen und die Erfahrung derjenigen, die von einer Veränderung betroffen sind, Teil des Entscheidungsprozesses sein sollten.

Sechs Fragen vor der Entscheidung

  • 01

    Was sieht
    die lokale Führungskraft?

  • 02

    Was sagen
    die Pädagogen?

  • 03

    Was erleben
    die Familien?

  • 04

    Welche Bedürfnisse
    hat die Gemeinde?

  • 05

    Was funktioniert
    wirklich?

  • 06

    Und was führen wir nur
    aus Gewohnheit fort?

Besprechung in einem sonnigen, säulenreichen Raum: Ein Benediktinermönch in schwarzem Ordensgewand und mit grauem Haar spricht gestikulierend an einem langen Holztisch. Um ihn herum hören zwei Frauen, ein bärtiger Mann mit Brille und eine blonde Frau von hinten zu; auf dem Tisch liegen Notizbücher, Gläser, eine Wasserkaraffe und ein weißer Blumenstrauß, im Hintergrund ein Bücherregal und ein altes Gemälde.
Die Aufgabe der Führungskraft ist es schließlich,
aufgrund der gewonnenen Informationen die
Verantwortung für die Entscheidung zu übernehmen.

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III. ENTWICKLUNG,
WERTSCHÖPFUNG
UND VERBINDUNG –
08–12

WACHSTUM · WERT · VERBINDUNG · ÖFFNUNG

Eine Institution kann sich nur dann nachhaltig entwickeln, wenn sie ihre Türen nicht verschließt. Sie muss sich mit der lokalen Gemeinschaft, den Akteuren der Region, den Familien und all jenen verbinden, deren Wahl letztlich Rückmeldung darüber gibt, wie relevant die Institution ist. In diesem System ist Marketing auch keine eigenständige Kommunikationsaktivität: es sind aufeinanderfolgende Schritte der Wertschöpfung, Positionierung und Sichtbarmachung. Ebenso ist Bildungsinnovation keine Selbstzweck-Neuerung, sondern eine erprobte und messbare Antwort auf ein echtes Problem.

Sonniger Steinbogen mit geschnitzten Kapitellen, durch den Bogen öffnet sich der Blick auf eine hügelige Landschaft, Waldstreifen und ein Dorf mit Kirchturm und roten Dächern; im Vordergrund eine grüne Ranke, die über das Steingeländer wächst.

Vier Perspektiven

  • ESG

    Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn sie auf einem echten Bedarf und messbaren Betrieb basiert.

  • Markenbildung

    Die Marke einer Institution baut auf dem auf, was Menschen konsequent erfahren.

  • Marketing und
    Kommunikation

    Entwicklung →
    Wertschöpfung →
    Positionierung →
    Kommunikation.

  • Gemeinschaft und
    Partnersysteme

    Die Institution und ihr Umfeld prägen sich gegenseitig kontinuierlich.

Abteikomplex mit Türmen auf dem bewaldeten Hügel im morgendlichen Sonnenlicht, dahinter ein nebelverhangenes Tal, ein Dorf mit roten Dächern und aneinandergereihte Hügelketten.
Eine Institution kann sich
nur dann nachhaltig entwickeln,
wenn sie ihre Türen nicht
verschließt.
Sonniges, geöffnetes grünes schmiedeeisernes Tor zwischen geschnitzten Steinsäulen; auf dem gepflasterten Weg im Schatten der Bäume gehen Rucksackschüler und Erwachsene auf einen Kirchturm mit grüner Haube und rotgedeckte Gebäude zu, im Vordergrund weiße Blütenpflanzen in Töpfen.

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III. ENTWICKLUNG, WERTSCHÖPFUNG UND VERBINDUNG — 08–12

08

Eine Schule ist immer
Teil der lokalen Gemeinschaft

Während meiner Tätigkeit als Träger wurde mir klar, dass der Betrieb einer Institution nicht ausschließlich innerhalb der Schulmauern verstanden werden kann.

Es mussten Beziehungen zu Gemeinden, lokalen und regionalen Entscheidungsträgern, Behörden, Wirtschaftsakteuren und Gemeinschaften aufgebaut werden.

Diese Beziehungen waren nicht nur protokollarische Kooperationen.

Die Entwicklung einer Institution kann in vielen Fällen nur dann wirklich stattfinden, wenn die Akteure in ihrem Umfeld verstehen, warum die Veränderung wichtig ist, und sich darauf einlassen können.

Das Beziehungsgeflecht der Institution

INSTITUTION

  • Gemeinden

  • Lokale und regionale Entscheidungsträger

  • Behörden

  • Wirtschaftsakteure

  • Gemeinschaften

Die Institution und ihre Umgebung sind keine zwei getrennten Systeme.Sie formen sich gegenseitig ständig.

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III. ENTWICKLUNG, WERTKREIERUNG UND VERBINDUNG — 08–12

09

Marketing beginnt
nicht mit Kommunikation

Auch die Marketingaufgabe habe ich nicht als klassische Kommunikationsaktivität verstanden.

Bei einer neuen oder wiedereröffneten Schule musste zunächst verstanden werden:Welchen Platz kann sie im Bildungssystem der jeweiligen Gemeinde und Region einnehmen?Auf welche realen Bedürfnisse kann sie antworten?Welchen Wert kann sie schaffen?Für wen kann sie relevant sein?

Und erst danach war es sinnvoll, darüber zu sprechen, wie wir all dies kommunizieren.

Marketing war für mich daher immer Teil desselben Prozesses:

Entwicklung → Wertkreierung → Positionierung → Kommunikation.

Daraus entstand ein Satz, den ich auch heute noch für wichtig halte:

Schüler in Uniform und mit Rucksäcken von hinten, wie sie die Treppe hinauf zu einer gewölbten, offenen Holztür eines sonnenbeschienenen Steingebäudes gehen; links im Vordergrund strahlendes Laub im Sonnenlicht, neben dem Eingang eine schmiedeeiserne Lampe.

Vom Wert zur Kommunikation

  1. 01

    ENTWICKLUNG

  2. 02

    WERTKREIERUNG

  3. 03

    POSITIONIERUNG

  4. 04

    KOMMUNIKATION

Kommunizieren wir keinen größeren Wert,
als den, den wir geschaffen haben.

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III. ENTWICKLUNG, WERTKREIERUNG UND VERBINDUNG — 08–12

10

Einschulung:eine Rückmeldung des Systems

Die Einschulung habe ich nie nur als Marketingergebnis betrachtet.Die Wahl der Familie ist ein komplexes Feedback.

Eine Familie – Vater mit Rucksack, kleiner Junge mit Rucksack und Mutter mit Ledertasche und Trenchcoat – von hinten gesehen, geht auf einem sonnigen, von Bäumen gesäumten, gepflasterten Weg auf den offenen, holzgerahmten Eingang eines Steingebäudes zu, wo sich einige Personen aufhalten.

Es geht darum, ob das Angebot der Schule verständlich ist, ob Vertrauen in die Institution besteht, ob die Ausbildung relevant ist, ob die Führung glaubwürdig ist und welchen Ruf die Schule in ihrer eigenen Gemeinschaft hat.

Kommunikation ist natürlich wichtig.Aber wenn kein echter Wert dahintersteht,
kann Kommunikation höchstens für kurze Zeit
Interesse wecken.

  • Verständliches
    Angebot

  • Institutionelles
    Vertrauen

  • Relevante
    Ausbildung

  • Glaubwürdige
    Führung

  • Lokaler
    Ruf

Eine gute Einschulungsstrategie beginnt daher nicht mit einer Kampagne.Sie beginnt mit der Institutionsentwicklung.
Sonniges Klassenzimmer: Eine Lehrerin mit Dutt und schwarzer Strickjacke beugt sich lächelnd über den Tisch der Schüler, die Notizen in Hefte machen; auf dem Tisch liegen ein Laptop, Notizen und ein Federmäppchen, im Hintergrund große Fenster, Topfpflanzen, ein Bücherregal und eine mit Kreide beschriebene grüne Tafel.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATIONERZABTEI PANNONHALMA

III. ENTWICKLUNG, WERTKREIERUNG UND VERBINDUNG — 08–12

11

Neue Bildungsinhalte müssen zuerst erprobt werden

Im Trägersystem hatte ich die Möglichkeit, an der Entwicklung, Einführung und Bewertung neuer Bildungsinhalte, Ausbildungsstrukturen und Pilotprojekte teilzunehmen.

Dies bestärkte mich in der Überzeugung, dass eine Bildungs¬innovation nicht als gut erachtet werden sollte, nur weil sie auf dem Papier gut klingt.

Man muss schauen, wie sie in einer realen Umgebung funktioniert.

Fünf Fragen zur Bewertung des Pilotprojekts

  • 01

    Was verstehen die Pädagogen davon?

  • 02

    Was erleben die Schüler?

  • 03

    Welche neuen Kompetenzen erfordert es?

  • 04

    Welche organisatorische Belastung verursacht es?

  • 05

    Und führt es tatsächlich zu einem besseren Ergebnis als das, was wir ersetzen möchten?

Innovation bedeutet für mich nicht Neuheit.Sondern eine bessere Antwort auf ein echtes Problem.

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III. ENTWICKLUNG, WERTGENERIERUNG UND VERBINDUNG — 08–12

12

Der Betrieb des Systems
manchmal unsichtbare Arbeit

Ein Großteil der Trägerarbeit ist von außen kaum sichtbar.

Angelegenheiten, die oft gleichzeitig laufen und bei denen eine einzige Störung die Funktion mehrerer anderer Bereiche beeinträchtigen kann.

Diese Zeit bedeutete für mich äußerst intensive Arbeit.

Ein sonniger, glänzender Holzschreibtisch bei der Arbeit: ein offener Spiralterminplaner mit schwarzem Stift, ausgebreitete Karten und Planungsunterlagen, gelbe Haftnotizen, mit Klammern zusammengehaltene Aktenbündel, schwarzer Aktenordner, ein ledernes Federmäppchen voller Stifte, links ein Bücherstapel, ein weißer Becher und eine Topfpflanze, im Hintergrund ein verschwommenes, helles Fenster.

Hintergrundaufgaben, die gleichzeitig laufen

  • Absprachen

  • Entscheidungsvorbereitung

  • Dokumente

  • Finanzierung

  • Behördenfragen

  • Führungsprobleme

  • Investitionen

  • Ausschreibungen

  • Schüleraufnahme

Aber genau das lehrte mich, dass ein Großteil der Führung nicht in spektakulären Momenten stattfindet, sondern in den vielen hundert kleinen Entscheidungen, die das System am Laufen halten.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATION
ERZABTEI PANNONHALMA

IV. INTERPRETATION
UND WEITERGABE –
13–14

REFLEXION · VERANTWORTUNG · WEITERGABE

Pannonhalma betrachte ich heute nicht mehr nur als eine frühere Führungsperiode. Vielmehr ist es einer der Ausgangspunkte für die Systemperspektive, die sich später in Balatonfüred vertiefte und heute auch im professionellen Rahmen der Nachhaltigkeit und der ESG eine neue Bedeutung erhalten hat. Ich möchte die heutigen Konzepte nicht auf die Vergangenheit projizieren: Damals haben wir keine ESG-Strategie entwickelt. Die Fragen der gebauten Umwelt, der Menschen, der Gemeinschaften, der Entscheidungsordnung, der Finanzierung und des langfristigen Betriebs gehörten jedoch schon damals zusammen. Und über all dem wurde ein viel älterer Begriff für mich immer wichtiger: die Treuhänderschaft.

Sonnige, gewölbte Steinloggia mit geschnitzten Kapitellen und Doppelsäulen; zwischen den Bögen sind über bewaldeten Hügeln der Turm und die Gebäude der Erzabtei Pannonhalma zu sehen, rechts ein Bücherregal, im Vordergrund auf einem Holztisch zwei alte, ledergebundene Bücher und ein kleiner Olivenzweig.

Vier Perspektiven

  • ESG

    ESG gibt heute eine Sprache für das, was ich damals als Führungsverantwortung erlebte.

  • Markenbildung

    Eine zeitlose Marke schafft eine authentische Verbindung zwischen Erbe und Gegenwart.

  • Marketing und Kommunikation

    Das Ergebnis muss nicht vergrößert, sondern präzise und authentisch sichtbar gemacht werden.

  • Gemeinschaft und Partnersysteme

    Ein nachhaltiges System ist nicht die Leistung eines einzelnen Führers: Es entsteht aus der Verbindung von Menschen und Institutionen.

Die Erzabtei Pannonhalma im Morgenlicht: der grüne Kuppelturm mit Kreuz und die rotgedeckten, weißen Gebäudeflügel auf einem bewaldeten Hügel, darunter im Tal rotgedeckte Häuser, im Hintergrund feuchte, neblige Hügelketten.
die Treuhänderschaft

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IV. INTERPRETATION UND WEITERGABE — 13–14

13

Was ich damals tat –
wie ich es heute verstehe

Als ich Jahre später tiefer in das professionelle System der Nachhaltigkeit und ESG eintauchte, erhielten viele Pannonhalma-Erfahrungen eine neue Bedeutung.Nicht, weil wir damals eine ESG-Strategie entwickelt hätten.Das haben wir nicht.Die Konzepte kamen später.Die Fragen dahinter waren jedoch schon vorhanden.

Sonniger, gewölbter Kreuzgang mit Säulenreihe, am Ende des Ganges eine dunkle Holztür und eine Topfpflanze; links zwischen den Säulen blauer Himmel und Laub, rechts auf einem Steinsims drei alte, ledergebundene Bücher mit vergoldetem Rücken übereinander gestapelt.
  • E

    Umwelt und Beständigkeit

    Gebäude, Infrastruktur, Ressourcen, Entwicklungen und die Frage, welche Betriebssituation eine heutige Entscheidung Jahre später hinterlässt.

    Die physische Umgebung war für mich schon damals nicht nur ein einfacher Hintergrund. Sie ist eine der Voraussetzungen für Bildung, Gemeinschaft und Wirtschaftlichkeit.

  • S

    Mensch und Gemeinschaft

    Lokale Führungskräfte, Lehrerkollegien, Schüler, Familien, Siedlungen und Gemeinschaften.

    Ein Trägersystem ist nur so stark, wie es Menschen nicht nur als Ausführende, sondern als verantwortliche Akteure behandeln kann.

  • G

    Ordnung und Verantwortung

    Schulverwaltung, Entscheidungsstrukturen, Finanzierung, Messung, Führungsverantwortung.
    Für mich bedeutet Governance auch hier nicht nur Regulierung oder Kontrolle.
    Es bedeutet, dass klar sein muss:

    • wer wofür verantwortlich ist;
    • auf Grundlage welcher Informationen wir entscheiden;
    • welche Ressourcen wir nutzen;
    • wie wir messen, ob es funktioniert;
    • und wer die Konsequenzen der Entscheidung trägt.
Und über all dem sehe ich heute denselben viel älteren Gedanken:Verwalterschaft.

UNGARISCHE BENEDIKTINERKONGREGATIONERZABTEI PANNONHALMA

IV. INTERPRETATION UND WEITERGABE — 13–14

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Verwalterschaft

In Pannonhalma begann die Verwalterschaft für mich zu einem wirklich persönlichen Führungskonzept zu werden.

Was mir anvertraut wurde, gehört nicht mir.

Wir erhalten jedes davon für eine bestimmte Zeit.

Die Aufgabe ist nicht nur, es zu bewahren.Sondern es zu verstehen, zu pflegen, bei Bedarf zu entwickeln und möglichst in einem besseren Zustand weiterzugeben, als wir es übernommen haben.

Eine Hand mit dunklem Ärmel hält einen alten, verzierten Eisenschlüssel auf einem abgenutzten, ledergebundenen Buch; dahinter ein sonnendurchfluteter Arkadengang mit Steinsäulen und Kletterpflanzen, eine geöffnete Holztür mit schmiedeeisernen Beschlägen, im Hintergrund Zypressen und blaue Hügel.
  • Eine Institution.

  • Ein Projekt.

  • Ein Budget.

  • Eine Beziehung.

  • Eine Gemeinschaft.

  • Verantwortung

  • Aufmerksamkeit

  • Entscheidung

  • Entwicklung

Die Verwalterschaft ist für mich daher keine passive Bewahrung.

Und das Bewusstsein, dass das System, das ich heute leite, schon vor mir existierte und auch nach mir existieren wird.

Dieser Gedanke prägte später in Balatonfüred noch stärker mein Denken über Führungsverantwortung.

Es verstehen, pflegen, bei Bedarf entwickeln,
und möglichst in einem besseren Zustand weitergeben,
als wir es übernommen haben.

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IV. INTERPRETATION UND WEITERGABE — 13 – 14

WAS ICH DAVON HEUTE WEITERTRAGE

Pannonhalma sehe ich heute nicht mehr nur als früheren Arbeitsplatz oder Referenz.

Dort habe ich gelernt, dass die wahre Entwicklung einer Organisation selten in einem einzigen Bereich stattfindet.

Der Betrieb, die Menschen, die Finanzierung, die Infrastruktur, die Identität, die Kommunikation und die Beziehungen wirken aufeinander ein.

Wenn wir diese separat behandeln, können wir gute Projekte haben.

Wenn wir sie im Zusammenhang sehen können, kann ein System entstehen.

Heute trage ich vier Bereiche dieses Denkens
auch in die Arbeit von SDG Solutions weiter.

  • ESG

    Verantwortung als Betriebsmodell.

    Nicht nur Compliance-Dokumente erstellen, sondern verstehen, wie Umwelt, Mensch, Entscheidung und langfristiger Betrieb miteinander verbunden sind.

  • Markenaufbau

    Aus Erbe einen heutigen Wert schaffen.

    Erkennen, was zeitlos ist, und es zu einer Identität formen, die auch in der Gegenwart verständlich und authentisch ist.

  • Marketing und
    Kommunikation

    Zuerst Werte schaffen. Dann sichtbar machen.

    Nicht mehr sagen, als wir geschaffen haben, sondern es präzise, verständlich und konsequent aufzeigen.

  • Gemeinschaft und
    Partnersysteme

    Aus Akteuren ein kooperatives System.

    Menschen, Institutionen, Wissen, Ressourcen und Interessen so miteinander verbinden, dass aus den Beziehungen eine gemeinsame Leistung entsteht.

In Pannonhalma habe ich gelernt, ein System zu erkennen.In Balatonfüred habe ich gelernt, ein System zu leiten und zu transformieren.Heute bringe ich diese beiden Erfahrungen in die Arbeit von SDG Solutions ein.

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IV. INTERPRETATION UND WEITERGABE — 13–14

VON HIER
NACH BALATONFÜRED

In Pannonhalma habe ich fünf Jahre lang gelernt, ein System primär aus der Perspektive des Trägers zu sehen.

Ich habe gelernt, wie sich Folgendes verbindet:

  • Bildung und Infrastruktur

  • Finanzierung und Entwicklung

  • Führung und Gemeinschaft

  • Wertschöpfung und Kommunikation

  • Lokale Autonomie und Trägerverantwortung

Im Jahr 2017 ergab sich jedoch eine andere Situation. Ich musste nicht mehr den Betrieb mehrerer Institutionen von Seiten des Trägers unterstützen.

Für den gesamten Betrieb einer einzigen Institution musste ich persönlich die Verantwortung übernehmen.

Sonniger Steinbogen mit geschnitzten Kapitellen, eine Kletterpflanze rankt sich über den Bogen; jenseits der Brüstung ein weißes Abteigebäude mit einem Turm auf einem bewaldeten Hügel, dahinter ein glitzernder See und eine blaue Hügelkette im Abendlicht.
In Pannonhalma
habe ich gelernt,
ein System zu erkennen.
Goldfarbene Linienzeichnung: eine gebogene Brücke, die auf zwei Pfeilern ruht und die beiden Sätze verbindet
In Balatonfüred
musste ich lernen,
für ein ganzes System
verantwortlich zu sein.
Abendpanorama: links eine weiße, von Türmen gekrönte Abtei auf einem bewaldeten Hügel, darunter Laubwald, rechts Zypressen und rot gedeckte Häuser, auf dem See zwei Segelboote, am gegenüberliegenden Ufer blaue Hügelketten, das Licht der untergehenden Sonne glitzert auf dem Wasser.